<

Schiffshebewerk La Louviére

Auf dem Canal du Centre in Belgien befinden sich vier alte Schiffshebewerke, die alle hydraulisch betrieben werden oder wurden. Heute sind sie wichtige Denkmäler der belgischen Industiekultur.

Ein Schiffshebewerk wird dazu genutzt, Schiffe aller Art über zwei verschieden hoch liegende Gewässer, meist sind es Flüsse, zu transportieren oder den Höhenausgleich verschieden hoher Gewässer auszugleichen. Die Schiffe fahren in eine Art Fahrstuhl und werden dann mit hydraulischer oder mechanischer Kraft in das jeweils andere Gewässer befördert. Es gibt zwei verschiedene Arte der Beförderung. Zum einen die Nassförderung, dabei wird das Schiff, welches sich in einem Trog befindet, gehoben oder abgesenkt. Beide Seiten des Troges sind mit Stahltüren abgedichtet welche das Auslaufen des Wassers verhindern. Das Schiff schwimmt also während der Fahrt auf dem Wasser, was Beschädigungen am Rumpf nahezu unmöglich macht. Die Nassförderung geht gegenüber der Trockenförderung erheblich schneller, da das Schiff nur leicht festgemacht werden muss.

Das Schiffshebewerk Strépy-Thieu ist ein Nasshebewerk, das am noch recht neuem Canal du Centre, der Maas und Schelde miteinander verbindet, den Höhenausgleich übernimmt. Die erforderlichen 73 Meter werden dabei von zwei unabhängigen Trögen, die an je 144 Seilen hängen, bewältigt. Technisch ist das Schiffshebewerk als Doppelhebewerk ausgelegt, was einen unabhängigen Betrieb beider Tröge ermöglicht. Im Gegensatz zu dieser Ausführung wird bei anderen Anlagen der Zwillingsbetrieb angewandt, bei dem sich beide Behältnisse immer gegenläufig bewegen. Angetrieben wird jeder Trog von je 8 Motoren, die in dem 117 Meter hohen Turm für die Technik, direkt neben dem Schiffshebewerk, untergebracht sind. Mit der Inbetriebnahme des Schiffshebewerkes in Strépy-Thieu wurden die vier Werke in La Louviére sowie zwei Schleusen ersetzt.

Eine Besichtigung des Schiffshebewerks ist eine interessante Sache und man kann neben dem neuen Hebewerk auch die alten Schiffshebewerke besichtigen. Sogar ein Maschinenraum kann betreten werden und sorgt so für einen faszinierenden Einblick in die robuste und vor Allem ausgeklügelte Technik, die hinter einem Schiffshebewerk steht. Diese Denkmäler der Industriekultur in Belgien stehen seit einigen Jahren unter dem Schutz der UNESCO und sind somit ein Bestandteil des Weltkulturerbes. Zusätzlich kann man am Hebewerk 1 in Houdeng-Goegnies auch die Cantine des Italiens besichtigen, in der man viel zur Einwanderung der Italiener in diese Gegend erfährt, ohne deren Immigration die Industrialisierung in Belgien kaum möglich gewesen wäre.

Comments are closed.